| Testbericht Robson Charger

"Brandnew for Creekperformance" verspricht Robson auf seiner Internetseite.
...Und das ist gar nicht falsch. Beim ersten Hinsehen fällt schon die
Ausstattung und die Verarbeitung auf: Der gut justierbare Sitz, die Unterschenkelstützen,
die Dichtungsscheiben hinter jeder Schraube und der serienmäßige
Fittingsatz. Das alles bei einem Listenpreis von 899 Euro.

Durch das große Volumen und die geringe Länge wirkt der Charger
auf den ersten Blick eher plump und lässt ein sehr träges Fahrverhalten
vermuten. Wenn man aber genauer hinsieht, ist der Charger recht schmal und hoch.
Er hat vorne und hinten einen runden Spant und in der Mitte einen Flachboden
mit ausgeprägten Kanten.

Beim Probefahren hat sich dann herausgestellt, das der Charger alles andere
ist, als ein träges plumpes Floß. Er ist schnell, wendig und dabei
dennoch spurtreu. Je nach Sitztrimmung kann man die gewünschte Fahreigenschaft
des Bootes sehr stark hervorheben. Und da ist auch der einzige Minuspunkt, der
mir aufgefallen ist. Die Sitzluke ist, zumindest für große Fahrer,
zu weit hinten. Da hilft es auch nicht, dass sich der Charger dieses Problem
mit seinen Konkurrenten teilt.

Hat man seinen Trimm gefunden ist Spaß angesagt. Trotz des relativ hohen
Gewichtes von 21 kg ist das Handling einfach. Der Charger lässt sich schnell
auf Geschwindigkeit bringen, folgt seiner Linie genau und taucht in Walzen und
nach Sprüngen schön gerade auf.

Damit ist er in steilen Rinnen mit Wasserfällen genauso zu Hause wie auf
schnellen Katarakten...

Nur ganz wenig Wasser mag er nicht. Mit seinen ausgeprägten Kannten neigt
er dazu sich die Spur von den Steinen aufzwingen zu lassen.
Dafür ist das Volumen des Chargers nicht nur für den Auftrieb da,
sondern lässt sich auch als Stauraum für Gepäck nutzen. Das 1200-er
Pelicase kann, wenn's sein muss, stehend verstaut werden. Bei einer Fahrt waren
60m Seil, das Pelicase, Wurfsack und das Bergematerial mit Paddelhaken Karabinern
Bandschlingen und Umlenkrollen mit am Bach. Das ganze Zeug ließ sich ohne
großes Gefummel im Heck verstauen.

Mit der Beinfreiheit verhält es sich ähnlich. Mit meinen 190cm Körpergröße
und Schuhgröße 46 ist es nicht immer leicht Platz in einem Boot zu
finden, welches noch dazu einen Mittelkeil hat. Auch hier zeigt sich, dass bei
Robson auch über Kleinigkeiten nachgedacht wird. Der Mittelkeil ist für
die Fußstütze nämlich unten ausgenommen, nicht wie bei den meisten
anderen oben. So kann man die Fersen unter dem Keil zusammenrutschen, und gewinnt
viel Platz für große Füße.

Alles in allem ist der Charger ein gelungenes Boot, dem man seinen Auftrag sofort
anmerkt.
Fahrbericht, Fotos: Alex Meindl , Armin
Auer
Technische Daten:
Länge: 252cm
Breite: 65cm
Höhe: 35cm
Volumen: 320l
Gewicht: 21kg
Cockpit: 92x45cm
Extras: Logic Pro Seat
Material: PE superlinear
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