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Testbericht Dagger Juice 6.9
geschrieben von Toni, erstellt am 02.09.2004

Bootstest Dagger Juice 6.9

Lange hat es gedauert, denn das Boot liegt schon seit April bei mir, aber nun ist es so weit.
Es gibt einen weiteren Bootstest zum Lesen für euch.
Das Boot wurde uns von Pietro Linda von ALPIN ACTION zur Verfügung gestellt.
Es wurde in Kroatien und im Salzburgerland ausgiebig getestet, und zwar im Flachwasser, auf kleinen Bächen als auch auf wuchtigem Wasser.


Der Dagger Juice neben dem Riot Turbo

Testpersonen: Von 175cm / 70 kg mit 42er Schuhgröße und 187 / 88 kg und 44er

Vielleicht aber erst einmal einige Daten zum Dagger JUICE 6.9, der in der Klasse der Riverrunning Playboats startet.

Auffallend beim Juice ist das absolut flache, zeitgemäße und moderne Unterschiff. Dagger führt hier konsequent die Spielboot - Konzernlinie weiter. Dadurch liegt das Boot satt auf dem Wasser, auch wenn durch die große Fläche die Geschwindigkeit des Bootes ein wenig leidet. Die Kanten des Juice sind sauber und nicht zu scharf. Allerdings sind sie relativ tief angesetzt, und ziemlich über die gesamte Länge des Bootes gezogen. Dadurch bieten sie seitlichen Schiebewässern viel Angriffsfläche. Der Juice verlangt deswegen auch eine aktivere Fahrweise, als so manch anderes Boot.
Wenn der Hüftknick gut sitzt, dann lässt sich der Juice auch sauber rollen, sonst braucht man schon etwas mehr "Power".
Das Volumen des kleinen Juice ist für Paddler bemessen, die in meiner Gewichtsklasse liegen, Personen zwischen 60 und 75 kg ist das Boot auf den Leib geschnitten, für schwerere Paddler gibt es ja noch die größere Version.


Toni auf der Cetina in Südkroatien

Kehrwasser ein- und auspaddeln geht mit diesem Boot relativ sauber, allerdings will der Juice länger auf der Kante gehalten werden, sonst fährt er stur gerade aus. Das Auftauchverhalten ist exakt, was wohl an der ausgewogenen Volumenverteilung liegt. Auch Boofen lässt er sich sauber, obwohl man hier die fehlende Geschwindigkeit durchaus bemerkt. Bei kräftigeren Walzen stoppt einen das steil aufragende Mittelteil ein wenig, mit sauberer Körpervorlage lässt sich dies jedoch gut korrigieren.
Auf der Welle ist der Juice sauber zu fahren und lässt sich leicht bouncen. Bei den Manövern entscheidet allein das Können des Paddlers, die Performance des Juice lässt die meisten gängigen Moves zu.



Am Flachwasser zeigt sich, dass der kleine Dagger doch eher fürs Fluss fahren ausgelegt ist, er hat ein wenig zu viel Volumen für Flachwasserkunststücke. Mit einer sauberen Technik ist aber auch am See einiges möglich.


Die Schenkelstützen samt obligatem Ratschensystem

Die Sitzanlage ist absolut perfekt. Sie lässt sich einfach auf die individuellen Bedürfnisse anpassen. Durch die einzigartige, aufblasbare Fittinglösung ist auch keinerlei Bastelei mehr notwendig. Die Schenkelstützen verlaufen tief, das Ratschensystem für den Rückengut ist zwar exakt, aber nicht ganz ausgegoren, da es nur einen relativ geringen Spannbereich zulässt. Die Luke ist relativ hoch gezogen und fällt nach hinten stark ab, sämtliche Normgrößen der Spritzdecken passen trotzdem. Auch über den Halt gibt es eigentlich nichts zu bemängeln.


Cetina, Südkroatien

Weitere Ausstattung: Eine Flaschen- oder Wurfsackhalterung, eine Trinkflasche, eine gut verstellbare Prallplatte und zusätzliche Fittingteile. Die Edelstahl-Bergeösen am Oberdeck sind perfekt positioniert und groß genug, um auch im Trubel einer Bergeaktion zielsicher einhängen zu können.
Das Mitführen einer mittlegroßen Pelibox ist möglich.



FAZIT: Der Juice ist ein lustiges Kajak, das sich auf großen Wellen und auf mittelschwerem Wildwasser zuhause fühlt. Hier werden die meisten auch ihre wahre Freudedaran haben. Prädestiniert für Bäche wie Koppentraun, Isel, Sanna, Soca und Co, sowie für Kuchl ähnliche Wellen.

Toni

Ein herzliches Dankeschön für das zur Verfügung stellen der Testboote geht an Pietro Linda von Alpin Action in Trnovo an der Soca.

Bilder: Soulboyz

 

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