| Testbericht Jackson AllSTAR von Volker Hupperts
Fotos: Horst Lohr
Der Tester Volker Hupperts ist 1,80 m groß, 79 KG schwer und hat Schuhgröße
42. Bisheriges Boot: Wavesport Transformer T2
Hardware:
Der Allstar ist ein serienmäßig sehr gut ausgestattetes Boot und
wird mit der neuen Instafit Fußstütze und einstellbaren Hipfittings
geliefert.
Der Sitz ist ähnlich aufgebaut wie die früheren Rodeositze, ist sauber
verarbeitet und endlich auch für Nicht- Handwerker einfachst verstellbar.

Zum Verstellen benötigt man keinerlei Werkzeug, man muss lediglich eine
große Schraube lösen und schon kann man den Sitz in drei verschiedene
Löcher und damit Sitz-Positionen rücken. Der Rückengurt wandert
dabei für eine optimale Sitzhaltung gleich mit. Für mich und mein
Gewicht habe ich die vorderste Sitzposition gewählt, um leichter Flachwassercartwheelen
zu können.

Volker in Action
Der Rückengurt ist von Immersionresearch und besteht aus dem bewährten,
doppelten Ratschen-System. Er ist sehr stabil verarbeitet und ermöglicht
im Verbund mit den Hipfittings, die schon von Wavesport gewohnte "Reinsetzen-
und Wohlfühlmentalität". Die Ratschen sind allerdings nachteilig
hinter dem Rückengurt angebracht.

Anders als bei anderen starren Rückengurtsystemen hat man hier aber die
Möglichkeit, eine Backroll sauber auszuführen ohne Angst um die Materialien
oder Lendenwirbel haben zu müssen. Ohne große Umbaumaßnahmen
und "Pattex-Klebe-Orgien" hat man sofort ein für das Rodeo oder
Freestylen so wichtiges Bootsgefühl. Leider sind die Schenkelstützen
nicht ganz so gut ausgeformt wie bei dem Wavesport Transformer, sodaß
hier etwas Performance verloren geht. Die Luke ist sehr groß ausgefallen,
mit dem Vorteil dass der Ein- und Ausstieg auch notfalls ohne das Öffnen
der Ratschen möglich ist.

Die Griffe sind aus Stahl und auf ein Minimum reduziert. Sie eigenen sich nur
zum Sichern auf dem Dach bzw auf dem Camping-Platz. Das Material ist leider
sehr weich und stark poliert, sodaß es durch die glatte Oberfläche
eher zum Gleiten neigt als andere Boote. Dies ist leider aber auch nachteilig
beim Transport. Schade ist nur dass es keine Halterung im Boot gibt für
einen Wurfsack bzw. Schwamm oder Trinkflasche.
Software:
Leider ist mangels ausreichend Wasser noch kein Testen auf der Welle möglich
gewesen.
Im Flachwasser macht sich das kurze Heck sofort bemerkbar, bei meinem Gewicht
und in der mittleren Sitzposition verschwindet bei leichter Rückenlage
das Heck sofort im Wasser. Unterschneiden ist daher fast ohne Paddeleinsatz
möglich. Das Flachwassercartweelen ist über das Heck extrem leicht.
Da allerdings der Bug relativ voluminös ist muss der Doublepump sauber
ausgeführt werden um das Boot vorne zu versenken. Einmal am Laufen geht
es allerdings sehr
einfach und auch Cleanwheels sind kein Hexenwerk.

Durch das fast neckyhafte Oberschiffdesign muss der Allstar im Wasser sauber
gekantet werden und ist sicher kein Rodeoanfängerboot, da er bei Seitenwasser
sehr empfindlich reagiert.
Das zu den Seiten stark abfallende Oberschiff unterstützt in der Walze
ein extrem leichtes spinnen und erleichtert damit auch den Start von Cart-und
Splitwheels. Alle neuen Freestyle-Figuren sind spielerisch leicht erlernbar
und scheitern nur an den jeweiligen Fertigkeiten des Fahrers. Vor allem das
leichte Gewicht des Bootes (echte 13 Kg) ist sehr hilfreich beim erlernen von
allen Varianten der Aerieals.

Insgesamt ist der Allstar sicherlich kein Meilenstein in der Geschichte des
Rodeosports, wie damals der SAVAGE Fury, allerdings ein Boot das in der Lage
ist einen OLDStar zu einem YoungStar zu machen oder auch umgekehrt.

Tip:
Die Hinweise von EJ auf seiner Homepage bezüglich optimales Boot für
die jeweilige Größe und Gewicht des Paddlers sollte man wirklich
beachten. Die Boote sind damit optimal auf den Einsatzbereich abgestimmmt.
Bericht: Volker Hupperts
Anmerkung der Red.: Deutschlandimporteur für Jackson Kayaks ist
der Kanutreff-KSGR
in Groß-Rohrheim, wo es auch Testboote gibt.
Für Italien und Slowenien: Alpin
Action Trnovo, Pietro Linda, ebenfalls mit Testbooten im Shop.
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