| Die folgende Beschreibung beruht zum Teil auf meinen eigenen Erfahrungen und
Beobachtungen, vieles ist jedoch aus zahlreichen Lehrvideos übernommen und
zusammengefasst.
"Old-School"-Workshop mit J.
Heute: Zehn praktische Cartwheeltips für Fortgeschrittene!
1. Passe die Geschwindigkeit deiner Wheels der Strömungsgeschwindigkeit
an!: Wer hektisch oder zu langsam wheelt, kann seine Wheels nicht im richtigen
Winkel halten. Grundsätzlich gilt: schnell, aber gleichmäßig.
2. Versuche den Cartwheel flach zu halten!: Korrigiere den Winkel übers
Heck, indem du dein Paddel weiter weg vom Boot eintauchst und dein Heck heranziehst,
sobald dein Boot zu sehr in die Vertikale gerät (wird sehr gut auf Pro
State veranschaulicht).
3. Krafteinsatz beim ersten Ende, danach geht alles von alleine und du musst
dich nur noch auf den Eintauchwinkel konzentrieren bzw. mit dem Wasser arbeiten:
Volle Power raubt dir nur die Kraft und das Gefühl für den richtigen
Eintauchwinkel. Versuche locker zu bleiben, die Hüfte nicht zu verkrampfen
und ruhig zu atmen.

Achim in der Steindammwalze
4. Ein Cartwheel besteht aus einem Teil und nicht aus zwei Enden: Der Übergang
von Front auf Backend sollte rund und weich sein.Wartest du auf einem Ende zu
lange, sackt das Boot durch und du befindest dich nicht mehr im Sweetspot, weil
du entweder zu weit angesaugt oder hinausgetrieben wirst (besonders wichtig
bei Splitwheels). Die Arme bleiben immer gleich stark angewinkelt (außer
bei Korrekturen, siehe 2.). Dadurch tauchen deine Enden vorne und hinten immer
gleich tief ein - eine runde Sache. Will dein Boot absacken, verstärkst
du den Druck auf deinem Paddelblatt und wheelst schneller. Der ganze Vorgang
besteht aus einer fließenden Bewegung.
5. Du bist zu hoch auf dem Schaumberg und es droht der Washout: Halte das nächste
Ende flacher und verringere die Rotationsgeschwindigkeit, damit dich der Rücklauf
wieder in die richtige Position zurückzieht. Während dieser Korrektur
kannst du Kraft schöpfen und Luft holen!

Achim auf der Casinowelle in Ahrweiler
6. Du steckst zu tief in der Walze: Setze die nächsten Enden vertikaler
an und erhöhe die Rotationsgeschwindigkeit, bis du wieder in der richtigen
Position bist.
7. Bootswahl (Juhu): Damit du so richtig in den Flow kommst, gibt es einige
Kriterien, die ein gutes Cartwheelboot und dessen Ausstattung erfüllen
sollten: Vorne und hinten gleiche Volumenverteilung, sonst bounced dein Boot
beim Wheelen. Vor allem der vorderste Teil deiner Bootsenden muss slicy sein,
sonst versaust du dir durch unnötigen Kraftaufwand deinen Eintauchwinkel
bzw. du verpasst ihn. Breite Boote kosten Kraft beim Richtungswechsel und bei
Korrekturen. Sie können jedoch für reine Left - oder Right-Hand-Sessions
leichter im gleichen Winkel gehalten werden, da sie nicht so sensibel auf Technikfehler
reagieren.
8. Haltung und Fittings: Bewege deinen Oberkörper immer nur ganz leicht
nach vorne und nach hinten. Je mehr Halt du im Boot hast, desto besser kannst
du die Kraft dieser Bewegung auf dein Boot übertragen. Jede überflüssige
Bewegung bringt dich aus dem Gleichgewicht. Fitte dein Boot so, dass du bei
der kleinsten Gewichtsverlagerung auf das Heck den Druck deines Rückengurtes
spürst und bei der kleinsten Verlagerung auf den Bug den Druck deiner Fußstütze
auf deinen Fersen und dem Mittelfuß. Fitten ist Millimeterarbeit! 1cm
Spiel und dein Bootsgefühl geht flöten, außerdem verschwendest
du Kraft.
9. Lehne dich nie mit deinem Gewicht auf das Paddelblatt und lasse den Kopf
und Körper über dem Boot.
10. Mache leichte Ausgleichsübungen, um Haltungsschäden, einseitiger
Belastung und Überlastungen vorzubeugen. Meine Erfahrungen: Übungen
für Rückenstrecker (beugt einem Rundrücken vor), seitliche Rumpfmuskulatur
(untere Bauch- und Rückenmuskulatur), Glutaeus Training (Hüftstabilisator).
Schulter: Latissimus Training (zieht den Schultergelenkskopf nach unten, hilft
gegen Impingement Syndrom der Schulter) evt. Butterfly verkehrt. Wer Probleme
beim Paddeln hat, sollte sich an ein richtiges Rehafitnesscenter wenden. Spritzen,
Krankengymnastik, Sauna u.ä. bekämpfen oft nur die Schmerzen, aber
nicht die Ursache. Sport ist eben Mord. Paddeln in Maßen kann aber meiner
Meinung nach sogar noch schlechter für die Knochen sein, als regelmäßig
ins Boot zu steigen, weil dann die richtige Muskulatur fehlt. Mit Bodybuilding
haben die oben beschriebenen Übungen nichts zu tun. Mit der richtigen Übung
kann man in 3 Wochen wieder fit sein.
by Achim "J" Jüttner
Fotos © Achim
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