| Die Vorher - Nachher Show am Fermersbach: Eine Plackerei die sich gelohnt
hat
Der Fermersbach im schönen Tirol - viele Paddler kennen diesen wunderschönen
und abgelegenen Bach nur vom Hörensagen. Zu strapaziös sind die wenigen
Befahrungen die dieser alpine Bach erlebt. Zum einen durch den durchgehenden
Schwierigkeitsgrad von V mit VIer Stellen, zum anderen durch den äusserst
strapaziösen langen Weg, welcher steil über einen Waldweg von Hinterriß
zu Fuß zum Bach hinauf führt, da der Weg für Fahrzeuge gesperrt
ist. Etliche Kilometer bergauf, unzählige Höhenmeter und dazu noch
die komplette Ausrüstung auf dem Rücken. Genau dies sollten wir später
noch leidvoll zu spüren bekommen...
Sonntag, 27. Juli 2003 machten wir uns auf den Weg zum Fermersbach, um diesen
vom vielen Holz zu befreien welches durchgehende Befahrungen in letzter Zeit
unmöglich machte. Viele interessante Stellen waren unfahrbar, Grund genug
also um dies zu ändern.
Los gings in Neos, anständigen Schuhen, Wursäcken & Seilen und
weiterer Ausrüstung direkt an der Rißbachklamm einen kleinen Berg
hinauf. Etwas oberhalb des letzten Katarakts vor der Mündung seilten wir
uns dann über ein Geröllfeld an den Bach ab. Hier wartete auch gleich
die erste Stelle auf uns. Mit Seilen gesichert gings gleich ans Eingemachte,
der Baum musste raus.
Richard Müller legt vor...

...und Jürgen Fischer macht weiter. Darko und Richard schneiden das Ding
in kleine Stücke...
...und schwups ist die Stelle wieder frei, die kleinen Holzstücke sind
so weit oben platziert damit sie beim nächsten Hochwasser fortschwimmen.

Geile Canyoning- und Badesessions (auch in kleinen Unterspülungen) sorgten
für Spaß ohne Ende
...immer wieder mussten wir unsere Schuhe vom Kies befreien...
...doch es wartete noch genügend Arbeit auf uns und die Tatsache, dass
sich noch mehr Kies in unseren Schuhen ablagern würde. ;)
Fertig!

Richie, Stihl und Jürgen. Die Stihl überlebte sogar einen Sturz aus
einigen Metern Höhe - Deutsche Wertarbeit eben ;-)
Eine andere Stelle vor dem Zersägen...
...und danach. Platz genug um vorbeizukommen.
Inzwischen waren wir Drei von Bremsen zerstochen, von Schmetterlingen gejagt
und vom Hunger geplagt.
Ein halber Meter mehr Wasser und diese Stelle wird richtig ekelhaft.
Doch auch dieser Baumverhau hatte keine Chance und nun ist die Stelle auch
bei mehr Wasser wieder gut fahrbar.

Jürgen macht diese Stelle im oberen Teil des Fermersbachs platt
 

Wieder waren ein paar Badesessions angesagt, diesmal allerdings mit Sicherung
im tiefen Rücklauf.

Dieser Baum wog nahezu 100kg !!!
Ganz oben am Klammeingang fanden wir einen Baum mit Wurzel, den schon ein "Säuberungstrupp"
vor uns entschärft hat. Wir wollten ihn erst in der Kerbe sichern, zersägten
ihn dann letztendlich. Momentan rotiert er vielleicht schon im Rücklauf
vom Stau nach der Rißbachklamm.....

Und auch diese Stelle ist wieder fahrbar. Inzwischen war es 19Uhr und wir mussten
uns schleunigst auf den Weg machen die Schlucht zu verlassen. Schließlich
waren wir schon fast am Einstieg angelangt und hatten noch einen langen Rückweg
vor uns.
 
Hier verließen wir die Schlucht und erreichten nach über dreistündigem
Marsch bei strömendem Regen, heftigem Gewitter, schmerzenden Beinen und
Dunkelheit den Parkplatz an der Rißbachklamm. Die Motorsäge wog gegen
Ende des Fußmarsches 40kg, im Benzinkanister waren "nur" noch
100l Sprit, und unsere vorher so leichten hf Wurfsäcke zerrten wie Blei
an unseren Schultern.
Ein geiler Tag ging nachdem kein Restaurant mehr offen hatte bei McDonalds
zu Ende. Den Muskelkater werden wir noch zwei Wochen spüren und wir wissen
nun, dass der Fermersbach wieder durchgehend befahrbar ist (auch wenn sich die
Baumsituation jederzeit wieder ändern kann) und wir sofort dort sein werden
wenn der Rißbachpegel ausreichend Wasser anzeigt.
Text & Pics by Jürgen, Richie & Darko © Soulboater.com
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