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Die Vorher-Nacher-Show am Fermersbach
geschrieben von Darko, erstellt am 28.07.2003

Die Vorher - Nachher Show am Fermersbach: Eine Plackerei die sich gelohnt hat

Der Fermersbach im schönen Tirol - viele Paddler kennen diesen wunderschönen und abgelegenen Bach nur vom Hörensagen. Zu strapaziös sind die wenigen Befahrungen die dieser alpine Bach erlebt. Zum einen durch den durchgehenden Schwierigkeitsgrad von V mit VIer Stellen, zum anderen durch den äusserst strapaziösen langen Weg, welcher steil über einen Waldweg von Hinterriß zu Fuß zum Bach hinauf führt, da der Weg für Fahrzeuge gesperrt ist. Etliche Kilometer bergauf, unzählige Höhenmeter und dazu noch die komplette Ausrüstung auf dem Rücken. Genau dies sollten wir später noch leidvoll zu spüren bekommen...

Sonntag, 27. Juli 2003 machten wir uns auf den Weg zum Fermersbach, um diesen vom vielen Holz zu befreien welches durchgehende Befahrungen in letzter Zeit unmöglich machte. Viele interessante Stellen waren unfahrbar, Grund genug also um dies zu ändern.

Los gings in Neos, anständigen Schuhen, Wursäcken & Seilen und weiterer Ausrüstung direkt an der Rißbachklamm einen kleinen Berg hinauf. Etwas oberhalb des letzten Katarakts vor der Mündung seilten wir uns dann über ein Geröllfeld an den Bach ab. Hier wartete auch gleich die erste Stelle auf uns. Mit Seilen gesichert gings gleich ans Eingemachte, der Baum musste raus.


Richard Müller legt vor...


...und Jürgen Fischer macht weiter. Darko und Richard schneiden das Ding in kleine Stücke...


...und schwups ist die Stelle wieder frei, die kleinen Holzstücke sind so weit oben platziert damit sie beim nächsten Hochwasser fortschwimmen.

Geile Canyoning- und Badesessions (auch in kleinen Unterspülungen) sorgten für Spaß ohne Ende


...immer wieder mussten wir unsere Schuhe vom Kies befreien...

...doch es wartete noch genügend Arbeit auf uns und die Tatsache, dass sich noch mehr Kies in unseren Schuhen ablagern würde. ;)


Fertig!


Richie, Stihl und Jürgen. Die Stihl überlebte sogar einen Sturz aus einigen Metern Höhe - Deutsche Wertarbeit eben ;-)

Eine andere Stelle vor dem Zersägen...


...und danach. Platz genug um vorbeizukommen.

Inzwischen waren wir Drei von Bremsen zerstochen, von Schmetterlingen gejagt und vom Hunger geplagt.

Ein halber Meter mehr Wasser und diese Stelle wird richtig ekelhaft.

Doch auch dieser Baumverhau hatte keine Chance und nun ist die Stelle auch bei mehr Wasser wieder gut fahrbar.

Jürgen macht diese Stelle im oberen Teil des Fermersbachs platt

Wieder waren ein paar Badesessions angesagt, diesmal allerdings mit Sicherung im tiefen Rücklauf.

Dieser Baum wog nahezu 100kg !!!

Ganz oben am Klammeingang fanden wir einen Baum mit Wurzel, den schon ein "Säuberungstrupp" vor uns entschärft hat. Wir wollten ihn erst in der Kerbe sichern, zersägten ihn dann letztendlich. Momentan rotiert er vielleicht schon im Rücklauf vom Stau nach der Rißbachklamm.....

Und auch diese Stelle ist wieder fahrbar. Inzwischen war es 19Uhr und wir mussten uns schleunigst auf den Weg machen die Schlucht zu verlassen. Schließlich waren wir schon fast am Einstieg angelangt und hatten noch einen langen Rückweg vor uns.

Hier verließen wir die Schlucht und erreichten nach über dreistündigem Marsch bei strömendem Regen, heftigem Gewitter, schmerzenden Beinen und Dunkelheit den Parkplatz an der Rißbachklamm. Die Motorsäge wog gegen Ende des Fußmarsches 40kg, im Benzinkanister waren "nur" noch 100l Sprit, und unsere vorher so leichten hf Wurfsäcke zerrten wie Blei an unseren Schultern.

Ein geiler Tag ging nachdem kein Restaurant mehr offen hatte bei McDonalds zu Ende. Den Muskelkater werden wir noch zwei Wochen spüren und wir wissen nun, dass der Fermersbach wieder durchgehend befahrbar ist (auch wenn sich die Baumsituation jederzeit wieder ändern kann) und wir sofort dort sein werden wenn der Rißbachpegel ausreichend Wasser anzeigt.

Text & Pics by Jürgen, Richie & Darko

© Soulboater.com
 

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