| Das schwere Unwetter in Slowenien, November 2000, im Mangartmassiv löste
eine Katastrophe aus, die 7 Menschen das Leben kostete.
Lagebericht zu den starken Unwettern im Gebiet der Soca!
Die Unwetter, die vor Wochen schon durch Südtirol, Norditalien und durch
die Schweiz eine Spur der Verwüstung gezogen haben, haben nun auch in Slowenien
starke Schäden hinterlassen! Am 18. November löste sich nach extrem
starken Regenfällen - laut Einheimischen den heftigsten seit Menschengedenken
- eine riesige Mure vom Mangartmassiv, und raste in den Predilnica Canyon. Von
dort schob sich die Geröll- und Schuttlawine quer durch das kleine Dorf
Pod Mangrtom weiter in die Koritnica. Etwa die Hälfte des Dorfes, welches
8 Kilometer vor Bovec am Fuße des Mangart liegt, und wohl jedem Paddler
ein Begriff ist, wurde dabei total zerstört. Ein tragisches Detail am Rande:
Teile des Dorfes wurden bereits am Anfang der Woche evakuiert, dann aber erlaubte
man den Bewohnern die Rückkehr. In der folgenden Nacht geschah das Unglück,
das 7 Menschen das Leben kostete.
Durch die gewaltigen Mengen von Holz, Geröll und auch Hausteilen wurde
der Koritnica Canyon total verklaust. Das Wasser, das nun nicht mehr frei abrinnen
konnte, bildete einen riesigen See. Es wurden noch am gleichen Tag zirka 400
Menschen im Socatal evakuiert, da die Flutwelle nach dem Bersten der natürlichen
"Staumauer" die direkt am Fluß liegenden Dörfer wie zum
Beispiel den Ort Cezsoca zerstört hätte. Glücklicher Weise trat
dieser Fall nicht ein, die Fluten trugen die Holzversperrung langsam ab. Die
Paßstraße über den Predilpaß wurde jedoch auf einer Breite
von zig Metern bis zu 6 Meter tief weggerissen, die Wiederherstellung der Straße
wird Monate dauern, der Einsatzleiter spricht sogar von einer Dauer von über
einem Jahr, da noch ein weiterer großer Hang abzurutschen droht, der nun
ebenfalls abgesichert werden muß. Bis dahin bleibt der Predilpaß
komplett gesperrt, wie auch alle anderen Straßen im oberen Koritnicatal.
Die Anreise in das Socatal erfolgt während dieser Zeit entweder über
den Wurzen- und den Vrsicpaß, diese Pässe sind jedoch für Gespanne
gesperrt, der Vrsicpaß hat zudem eine relativ lange Wintersperre, oder
über das Kanaltal - Udine - Cividale, was jedoch mit einem erheblichen
Mehraufwand an Zeit und natürlich auch an Geld (Maut) verbunden ist.
Was aber wohl jeden Paddler und Freund der Soca am meisten interessiert, das
sind wohl die beliebten Bäche selbst:
Die Soca hat sich durch die Fluten wenig verändert, zumindest im Bereich
von Bovec über Log Cezsoski bis hinunter zur WM - Strecke nach Trnovo.
Hier liegt zwar jede Menge Holz am Fluß, jedoch hauptsächlich an
den Ufern, diese Strecke kann durchgehend befahren werden. Für eine Befahrung
der großen Schlucht und der Abseilstrecke führt die Soca derzeit
noch zu viel Wasser. Dies gilt auch für den Lauf der Ujcea. Der Oberlauf
der Koritnica ist absolut zerstört, in der Standardstrecke nach dem unfahrbaren
Canyon bei der Festung liegt jede Menge Holz und auch teilweise scharfkantige
Teile von Häusern, besonders Blechstücke (vermutlich von Dächern).
Es muß mehrere Male mühsam Umtragen werden, auch der kleine Canyon
gleich am Beginn ist derzeit verlegt. In der starken Linkskurve am Ende des
ersten Drittels ist ein Teil des dort sehr lehmigen Ufers samt Strauchwerk und
Bäumen von der Prallwand in den Bach gerutscht, hier muß ebenfalls
derzeit noch Umtragen werden. Auch in der Klamm nach der Straßenbrücke
hängen Bäume, bei sehr hohem Wasserstand ist diese aber fahrbar. Abschließend
lässt sich zusammenfassen, daß es die Koritnica mit Abstand am schlimmsten
getroffen hat, und daß die Soca (glücklicher Weise) deutlich weniger
abbekommen hat. Solange die Großwetterlage mit mächtigen Frontensystemen
aus Süd-West jedoch weiter anhält, muß man jederzeit mit erneuten
Hochwässern und Murenabgängen rechnen.
Info: Pietro Linda und Toni
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