| adidas-Sickline-WM 2008: Das Finale
- Ein kalter Morgen mit schneebedeckten Bergen und tiefhängende Wolken begrüßte Paddler, Helfer und Zuschauer der Adidas-Sickline-WM am Finaltag.


Der Wasserstand war im Vergleich zum Vortag wieder um einige Zentimeter gesunken. Trotzdem waren die Wettkampfbedingungen weiterhin perfekt.

Nach den Qualifikationsrennen am Donnerstag hatte sich ein hochklassiges internationales Starterfeld für die Finale auf der Wellerbrücke herauskristallisiert, und bereits während der Trainingsläufe hatte sich gezeigt, dass der ausgewählte Abschnitt allen Ansprüchen an eine WM-Strecke gerecht wurde.






Selbst Topfahrer hatten gelegentlich ernsthafte Schwierigkeiten, die Idealroute zu treffen.

Dank der hervorragenden Sicherungsarbeit durch Angehörige der örtlichen Wasserwacht und des Alpinen Kajak Clubs kam es jedoch zu keinerlei kritischen Situationen.

Gedankt sei auch der Rennleitung, die mit ihrer professionellen Arbeit einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gewährleistete.

Im Anschluss an die morgendliche Aufwärmfahrten gingen gegen halb elf die ersten Fahrer an den Start.

Von einer fünf Meter hohen Rampe am Wellerbrückensteg aus wurden sie gleich in die erste Schwierigkeit katapultiert:



An Stelle der früher hier vorhandenen Zweimeterstufe hatte sich nach den Sommerhochwassern ein Schlitz gebildet, der richtig angeschnitten werden musste, um keine Zeit im Rücklauf zu verlieren.



Danach leitete ein kurzer Flachwasserabschnitt zu einer Kombination aus zwei kleineren Stufen über, die ebenfalls eine saubere Befahrung erforderten, um die richtige Anfahrt zur Kernstelle nicht zu verpassen.



Wer es nicht schaffte, seinen Bug beim Boof über die Eingangstufe nach links zu bekommen, wurde unweigerlich in einen mittigen Steinverhau geworfen und hatte mit einigen blauen Flecken zu rechnen.

War alles wie geplant gelaufen, musste der Schlitz auf der linken Seite möglichst nahe an einem überhängenden Felsblock genommen werden.


Anschließend hieß es, sich auf die drei Meter hohe Schlussstufe zu konzentrieren. Hier war Fingerspitzengefühl gefragt, um mit einem späten Boofschlag den Rücklauf widerstandsfrei zu überwinden und keinen Schwung auf den letzten Metern bis zum Ziel einzubüssen.
Im erste Finallauf zeigte sich wesentlich deutlicher als noch in den Qualifikationsrennen, wo die technischen Stärken und Schwächen der einzelnen Fahrer lagen. So verwunderte es nicht, dass sich vor allem Topathleten aus dem Leistungssportbereich und ausgesprochene Propaddler an die Spitze setzten. Lasko Honza aus der Tschechischen Republik lag zunächst vor Dejan Kralj aus Slowenien und Thilo Schmitt aus Deutschland, der es schaffte, mit einer Mischung aus Kraft und Präzision zu überzeugen. Sam Sutton aus Neuseeland, der in der Qualifikation allen davongefahren war, landete hingegen nur auf dem siebten Rang.
Im mit Spannung erwartete zweiten Finallauf starteten die besten 25 Fahrer aus dem ersten Lauf. Die Ergebnisse aus beiden Läufen wurden zusammengezählt und so der Sieger ermittelt.

Als einziger Österreicher hatte es Bernhard Mauracher aus dem Adidas-Sickline-Team geschafft, sich zu qualifizieren.

Er konnte das Rennen schließlich mit einem respektablen 18. Rang beenden.
Die vorderen Platzierungen machten hingegen die Führenden aus dem ersten Lauf unter sich aus. Hierbei zeigte sich, dass nicht nur Siegeswillen, sondern auch Nervenstärke über Erfolg und Misserfolg entscheiden.


Der Italiener Michele Ramazza konnte sich mit einer soliden Fahrt auf Platz drei vorschieben,

während es der scheinbar geschlagene Sam Sutton mit einem phänomenalen Lauf und der absoluten Bestzeit von 1:01,92 Minuten schaffte,

sich den zweiten Platz zu sichern.

Auch Thilo Schmitt ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und fuhr souverän den Sieg ein.

An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an den neuen Adidas-Sickline-World-Champion!
Text: Nils Kagel
Fotos: Jan-Peter Reichardt
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