| Irgendwas geht immer.
- Laut den Pegeln und den Temperaturen am Donnerstag, war es klar, am Wochenende werden wir auf der Erft fahren. Aber so recht glauben konnte ich es nicht, dass nicht ein Fluss läuft.
Am Samstag dann, Plusgrade und Regen. Da muss doch was gehen! Also nochmal an die Pegel. Da, geht doch. Die Hönne. Der Pegel in Menden meldet 150 cm, ab 65 cm darf gefahren werden, ab 100 cm macht es Spaß.
Hier stimmte wieder die Formel: Regen auf Schnee = guter Wasserstand. Nun nur noch die Jungs von der Erft für die Hönne begeistern und noch kurz eine Mail an Frank in Unna.
Der kommentierte die Idee nur mit: „Bin dabei“. So ging es dann am Sonntagmorgen an die Hönne. Unser Einstieg war wie immer in Sanssouci.

Die Straße verläuft fast stetig am Fluss, so dass wir etwaige Bäume im Vorfeld ausmachen konnten. Die Vorfreude stieg natürlich mit jedem Meter,den wir näher an unser Ziel heran gekommen sind.
Hinter der Hönne Brücke ist eigentlich eine gute Einsatzstelle, es ist zwar eine kleine Böschung zu bezwingen, aber dafür sind hier genügend kleinere Kehrwässer zum Einbooten.

Die Hönne ist ein sehr sportlicher Kleinfluss, mit Teilstrecken die schon alpinen Charakter haben.
Auf den ersten 3 Kilometern hängen sehr viele Baumspitzen im Bach. Die sorgen dafür, dass ein regelrechter Torlauf entsteht. Das heißt, hier sollte schon sehr genau gefahren werden. Ein Bad muss nicht sein.
 Ab km 15 bis ca. km 11 ist das Naturschutzgebiet Hönnewiesen, das in der Zeit vom 01.03. bis zum 30.09. nicht befahren werden darf. In der übrigen Zeit nur in Gruppen von 4 Booten, bei einem Mindestpegel von 50 cm in Menden. Laut dem DKV Sportprogramm.
Ausgerechnet hier ist auch noch einer der schönsten Abschnitte der Hönne: Der Hönnekatarakt. Kurz vor diesem ist dann das Unvermeidliche passiert. Einer unserer jungen Kleinfluss-Piloten ist bei einer Unachtsamkeit gekentert. Dies ist erstmal ja nicht so tragisch, aber er hat dabei sein neues Lettmann Ergonom LCS 70 teilbar verloren. D. h. für ihn war hier die Fahrt zu Ende. Ich bin zwar noch hinterher gepaddelt, aber das Teil war weg. Es hatte jedoch einen Vorteil, er und unser Wanderwart (er wollte den Pechvogel nicht allein lassen) haben unseren Bus schon mal umgesetzt.
Hohe Ufermauern auf der rechten Seite und der Bahnhof von Binolen weisen auf den jetzt folgenden Katarakt hin. Zur Zeit liegt vor der Einfahrt ein Baum quer über den Bach.
 Je nach Wasserstand kann er unterfahren oder sollte links umfahren werden und dann wieder rechts an die Mauer.

Und von hier dann nur Spaß im Katarakt. So könnte es eigentlich weitergehen, tut es ja auch, fast. Schwallstrecken durch Steinschüttungen, Wehr und Treppenwehr (in den Kalkwerken) wechseln sich ab.
 So langsam nähert man sich Menden und das nächste Highlight kommt näher. Die Brücke der B7 kündigt das Steilwehr in Menden an.
 Bei wenig Wasser ist dieses besser quer zufahren, so hat man es mir mal erklärt. Bin ich/ sind wir aber noch nicht.
Nun, bei dem Wasserstand geht es nur geradeaus runter und dann in ein Wasserbecken mit leichtem Rücklauf. Mit ein paar Schlägen ist man raus. Kein Problem.
Nach diesem Wehr sind wir erst mal wieder wach und fit für die letzten Kilometer. Es folgen noch weitere Schwallstrecken und dann noch zu guter Letzt das geschliffene Wehr kurz vor der Mündung mit einer alpinen Einlage. Leider habe ich hiervon kein Bild gemacht.
 An der Mündung der Ruhr beendet man in der Regel die Fahrt. Direkt am Ufer ist ein Parkplatz, auf dem die Fahrzeuge abgestellt werden können. Bis auf den kleinen Zwischenfall war es wieder eine geniale Tour auf der Hönne.
Text und Fotos: magu |